Umgangsregelungen im Überblick
März 2026
Wenn Eltern die Betreuung eines Kindes teilen, ist das Betreuungsmodell das Erste, was geregelt werden muss. Familien wählen meist zwischen einigen etablierten Mustern, die jeweils Abwägungen zwischen Wechselhäufigkeit, einer stabilen Wochenstruktur und der Zeit, die ein Kind ohne einen Elternteil verbringt, mit sich bringen. Dieser Überblick geht die häufigsten Modelle durch und was in welchem Alter oft passt.
Wöchentlicher Wechsel (7-7)
Das Kind lebt jeweils eine Woche bei einem Elternteil und wechselt an einem festen Tag — meist Montag oder Freitag. Es ist eines der am weitesten verbreiteten Modelle, wenn Eltern die Betreuung etwa gleichmäßig teilen.
Der Vorteil ist eine einfache Struktur und Planungssicherheit. Das Kind weiß immer, zu welchem Zuhause es als Nächstes geht. Der Nachteil ist, dass eine volle Woche für jüngere Kinder lang sein kann — ohne den anderen Elternteil zu sehen.
Am besten geeignet für: Schulkinder, die längere Phasen bei einem Zuhause gut bewältigen können. Setzt voraus, dass beide Zuhause in vertretbarer Nähe zur Schule und zu Freizeitaktivitäten liegen.
Das 3-4-4-3-Modell
Das Kind ist 3 Tage bei einem Elternteil, 4 Tage beim anderen, dann in der nächsten Woche 4 und 3. Das Muster wiederholt sich über zwei Wochen und ergibt eine gleichmäßige 50/50-Aufteilung.
Dieses Modell ermöglicht häufigere Kontakte mit beiden Elternteilen als der wöchentliche Wechsel. Das Kind ist nie länger als 4 Tage am Stück von einem Elternteil getrennt. Der Nachteil sind mehr Übergaben — was bei schwieriger Kooperation belastend sein kann.
Am besten geeignet für: Grundschulkinder, die häufigen Kontakt mit beiden Elternteilen benötigen. Setzt voraus, dass beide Elternteile nah beieinander wohnen.
Das 2-2-5-5-Modell
Das Kind ist montags und dienstags bei Elternteil A, mittwochs und donnerstags bei Elternteil B, und wechselt die Wochenenden (Freitag bis Sonntag) abwechselnd. Das Ergebnis ist eine 50/50-Aufteilung über zwei Wochen.
Der Vorteil ist, dass das Kind feste Wochentage bei jedem Elternteil hat, was einen vorhersehbaren Wochenrhythmus schafft. Der Nachteil ist, dass das Wochenende abwechselnd stattfindet und es viele Übergaben pro Woche gibt.
Am besten geeignet für: Kleine Kinder, die häufigen Kontakt mit beiden Elternteilen brauchen, aber auch von festen Alltagsroutinen profitieren.
Jedes zweite Wochenende plus ein Wochentag
Das Kind lebt hauptsächlich bei einem Elternteil und verbringt jedes zweite Wochenende (meist Freitag bis Sonntag) sowie einen festen Wochentag beim anderen. Die Aufteilung beträgt typischerweise 70/30 oder 60/40.
Dieses Modell passt zu Situationen, in denen das Kind einen Hauptwohnsitz hat — zum Beispiel weil das andere Elternteil weit entfernt wohnt oder das alltägliche Leben des Kindes eng mit einem Stadtviertel oder einer Schule verbunden ist.
Am besten geeignet für: Situationen, in denen eine gleichmäßige Aufteilung praktisch nicht umsetzbar ist. Kann für Kinder jeden Alters gut funktionieren, solange das nicht im Zuhause lebende Elternteil während der Woche sinnvollen Kontakt hat.
Was für verschiedene Altersgruppen funktioniert
Das Alter des Kindes ist ein wichtiger Faktor bei der Wahl des Modells. Kleine Kinder (0–3) brauchen oft kürzere Phasen und häufigere Übergaben — was bedeuten kann, dass ein 2-2-5-5- oder ein maßgeschneidertes Modell besser geeignet ist als der wöchentliche Wechsel.
Kinder im Vorschulalter (3–6) können in der Regel 3–4 Tage bei einem Elternteil gut auskommen. Ab dem Schulalter (ab 6) funktioniert der wöchentliche Wechsel für viele Familien gut, da Kinder mehr Selbstständigkeit entwickelt haben und längere Phasen besser bewältigen.
Jugendliche (ab 12) sollten bei der Regelung ein Mitspracherecht haben. Viele Jugendliche bevorzugen längere Phasen in jedem Zuhause statt häufiger Übergaben, da ihnen das mehr Stabilität im sozialen Leben gibt.
Wann sollte das Modell überprüft werden
Eine Betreuungsregelung ist nicht in Stein gemeißelt. Die Bedürfnisse eines Kindes verändern sich mit dem Alter, und ein Modell, das mit vier Jahren gut funktioniert hat, passt mit zehn Jahren möglicherweise nicht mehr.
Es lohnt sich, das Modell mindestens einmal jährlich zu überprüfen — oder wenn sich die Lebensumstände der Familie wesentlich ändern, etwa durch eine neue Schule, einen Umzug oder ein Geschwisterkind.
Über alle vier Modelle hinweg sind es weitgehend die gleichen Dinge, die für das Kind am meisten zählen: zu wissen, in welchem Zuhause es heute Abend ist, dass beide Eltern erreichbar sind, und dass praktische Sachen wie Schultasche, Schulbücher und Ladegerät mit dem Kind mitkommen. Apps für die Betreuungskoordination, wie Lina, sind eine von mehreren Möglichkeiten, diese Alltagslogistik zu entlasten; eine schriftliche Elternvereinbarung und ein geteilter Kalender sind weitere.
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