Forschung zu getrennten Eltern und dem Wohlergehen von Kindern

Eine wachsende Sammlung peer-reviewter Studien dazu, was Kindern hilft, wenn Eltern die Betreuung auf zwei Haushalte aufteilen. Jeder Beitrag ist in klarer Sprache zusammengefasst und mit einem Link zur Originalveröffentlichung versehen, die immer die maßgebliche Quelle bleibt.

Was die Forschung immer wieder findet

In den hier zusammengefassten Studien zeigt sich kein einzelnes Betreuungsmodell als allgemein besser für Kinder als ein anderes. Die Ergebnisse hängen von vielen Faktoren ab, und das Modell selbst ist nur einer davon.

Die Literatur verweist immer wieder auf die Qualität der Beziehungen — zwischen den beiden Eltern sowie zwischen jedem Elternteil und dem Kind — als mindestens ebenso wichtig wie die Aufteilung der Zeit. Die Kommunikation zwischen den Eltern und das Konfliktniveau sind wiederkehrende Faktoren, die damit zusammenhängen, wie Kinder die Situation erleben.

Die eigenen Erfahrungen von Kindern mit demselben Modell können sich deutlich unterscheiden. Familiäre Voraussetzungen wie die Gesundheit und finanzielle Lage jedes Elternteils prägen die Ergebnisse ebenfalls. Die Forschung zeichnet ein Bild, das für jede Familie spezifisch ist, statt eine einzige richtige Antwort zu benennen.

Ausgewählte Studie

Samværs- og bostedsordninger etter samlivsbrudd: betydninger for barn og unge

Custody and living arrangements after parents separate: implications for children and adolescents

Autor:innen Trine Bjerke Johansen, Heid Nøkleby, Lars Jørun Langøien, Tiril C. Borge
Institution Norwegisches Institut für öffentliche Gesundheit (Folkehelseinstituttet / FHI), im Auftrag des Norwegischen Direktorats für Kinder, Jugend und Familie (Bufdir)
Veröffentlicht November 2022
Typ Systematische Übersichtsarbeit
Umfang 40 nordische Studien, zusammengeführt über drei Forschungsfragen (Auswirkungen, Erfahrungen und Einflussfaktoren)

Das FHI untersuchte, wie sich unterschiedliche Sorge- und Umgangsmodelle — darunter Wechselmodell und verschiedene Umgangsregelungen — auf das Wohlbefinden, die psychische Gesundheit, Familienbeziehungen und das Zusammenwirken der Eltern auswirken. Auf Grundlage von 40 nordischen Studien konnte die Übersicht nicht zu dem Schluss kommen, dass ein Modell für Kinder durchweg besser ist als ein anderes.

Qualitative wie quantitative Studien verwiesen auf die Bedeutung der Beziehungen innerhalb der Familie, zwischen den beiden Eltern und zwischen jedem Elternteil und dem Kind. Die Kommunikation zwischen den Eltern und das Konfliktniveau waren wiederkehrende Faktoren, die damit zusammenhingen, wie es den Kindern erging. Familiäre Voraussetzungen wie Gesundheit und finanzielle Lage der Eltern beeinflussten die Ergebnisse ebenfalls.

Der Bericht weist darauf hin, dass einzelne Kinder dasselbe Modell sehr unterschiedlich erleben können, und empfiehlt, dass Stellen, die sich trennende Familien begleiten, von der konkreten Situation jeder Familie ausgehen, statt ein Modell als Standard zu empfehlen.

Originalbericht beim FHI lesen

Zu diesen Zusammenfassungen

Wir geben jede Studie in eigenen Worten wieder, statt den Originaltext zu reproduzieren. Jeder Eintrag verlinkt auf die Originalveröffentlichung, die die maßgebliche Quelle ist, falls Zusammenfassung und Original voneinander abweichen.

Wir sind ein Produktteam, das veröffentlichte Forschung zusammenfasst, damit Eltern und Fachkräfte sie leichter finden — nicht die Verfasser der Forschung selbst. Solltest du bemerken, dass eine Studie falsch dargestellt ist, freuen wir uns über Hinweise.

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Weitere Studien werden nach und nach aufgenommen, darunter schwedische, dänische, finnische und deutsche Entsprechungen zur hier zusammengefassten nordischen Literatur.